Christoph Witt: Martin Heidegger und die Technik als Blick auf die Welt

Technik. Die hässliche kleine Schwester der Magie.
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1. Einleitung

Diese Arbeit wird, ausgehend von Martin Heideggers Aufsatz Die Frage nach der Technik [1], Technik als eine bestimmte Perspektive auf die Welt erklären, die sich darauf richtet, wie Dinge gemacht werden können, wie Prozesse ablaufen und Ziele erreicht werden. Wann immer danach gefragt wird, wie ein bestimmtes Ziel x erreicht wird und welchem Algorithmus man dafür zu folgen hat, sucht man Technik des x. Damit soll Technik aber weder nur als Mittel zu Zielen noch als jegliche Form methodisch-planvollen Handelns erklärt werden, sondern eher als derjenige Blick auf die Welt, der versucht, die in ihr ablaufenden Prozesse und Objekte zu erfassen, um sie in methodisch-zielgerichtetes Handeln einbinden oder als solches beschreiben zu können. Damit betrachtet Technik alles – Natur, Handlungen, Ereignisse, Gegenstände, Lebewesen und Menschen – hinsichtlich seiner Verwendbarkeit in solchem Handeln oder als durch es veränderbar. Aus dieser Perspektive heraus ergeben sich bestimmte Werte wie Kontrollierbarkeit, Verfügbarkeit und Rationalität, aber auch das bewusste Ausklammern anderer, z.B. emotionaler Maßstäbe. Da dieser Blick sehr rational wirkt, wird ihm oft ein höherer Objektivitätsanspruch zugestanden als anderen Arten, die Welt zu sehen. Dieses Ungleichgewicht birgt große Gefahr in sich. Gleichzeitig lässt sich der Blick der Technik auf praktisch alles in der Welt richten und ist für uns eine unvermeidbare Art, uns in ihr zu orientieren.

Ich werde an Heidegger orientiert zuerst die Technik als Blick auf die Welt erklären und danach diesen Blick und seine Werte charakterisieren. Dann werde ich am Vorurteil der Neutralität von Technik die zwei Aspekte ihrer Gefahr betrachten, die Heidegger sieht, und mich anschließend ihrer Unausweichlichkeit und Rechtferti gung zuwenden. Abschließend werde ich kurz die Rettung, die Heidegger skizziert, als das Stärken anderer Perspektiven auf die Welt interpretieren.

Ich werde keine volle Heideggerinterpretation liefern, z.B. den Begriff des Gewährens, den Unterschied von neuer und alter Technik und den inhaltlich eng verbundenen Aufsatz Die Kehre ausklammern, und auch nicht weiter auf Heideggers Kunstverständnis eingehen können. Außerdem werde ich eine relativ aktivistische Lesart von Heidegger vorschlagen, wenn es um die Rettung vor der Gefahr der Technik geht. Auch den Technikbegriff als Blick auf die Welt, etwa sein Verhältnis zu Naturwissenschaft und Kunst, kann ich nur skizzieren. Sonst müssten „Naturwissenschaft“ und „Kunst“ begrifflich genau bestimmt werden.

2. Heideggers Die Frage nach der Technik

2.1 Das Wesen der Technik als Blick auf die Welt: das Entbergen

Viele intuitiv sehr plausible Technikbegriffe erklären Technik vor allem als ein Mittel, um methodisch und planvoll Ziele zu erreichen – gute oder auch schlechte, wobei die Technik an sich neutral sei.[2] Auch Heidegger geht zunächst von diesem, wie er es nennt, instrumentalen Verständnis von Technik aus: „Es bleibt richtig: auch die moderne Technik ist ein Mittel zu Zwecken.“ (FT 6) Heidegger fragt dann aber weiter: „Gesetzt nun aber, die Technik sei kein bloßes Mittel, wie steht es dann mit dem Willen, sie zu meistern?“ (FT 7) Die instrumentale Bestimmung der Technik, so Heidegger, ist zwar richtig, trifft aber ihr Wesen nicht und hilft uns deshalb auch nicht dabei, ein angemessenes Verhältnis zu ihr zu entwickeln. Stattdessen müsse man fragen, wie sie als Instrument in kausalen Zusammenhängen verstanden werden kann. Mit Aristoteles (vgl. FT 7-11) kommt Heidegger dabei zu dem Ergebnis, dass in solchen kausalen Vorgängen immer Dinge hervorgebracht werden, die vorher noch nicht vorhanden, sondern nur potentiell in der Welt angelegt waren: „Hervor-bringen ereignet sich nur, insofern Verborgenes ins Unverborgene kommt.“ (FT 11) Es geht also nicht um eine creatio ex nihilo, sondern darum, dass ausgehend von dem, was in der Welt vorgefunden wird, etwas Neues erzeugt oder hervorgebracht wird. Damit ist dieses Hervorbringen ein zutiefst mit der Welt und dem, was es in ihr gibt und geben könnte, verbundener Vorgang. Heidegger sieht ihn sowohl im Handwerklich-Technischen als auch im Künstlerisch[2]-Dichterischen, sogar in den menschlich unbeeinflussten Abläufen der Natur am Werk (vgl. FT 11). Er nennt ihn Entbergen, und sieht in ihm eine wesentliche Antwort auf die Frage nach der Technik: „Die Technik ist eine Weise des Entbergens. Achten wir darauf, dann öffnet sich uns ein ganz anderer Bereich für das Wesen der Technik. Es ist der Bereich des Entbergens, d.h. der Wahrheit.“ (FT 12) Das wirkt zunächst paradox. Mit Wahrheit ist hier aber kein logischer Wahrheitswert gemeint, sondern das Hervorbringen von Verborgenem – ein Erkenntnisprozess, der Dinge ans Licht bringt und eine Art des Zugangs zur Welt ist. Technik ist also wesentlich mehr als nur ein bloßes Mittel. Sie ist eine Form des Entbergens, eine Art, die Wirklichkeit zu betrachten und Wahrheit in ihr hervorzubringen. Dieser Punkt ist für Heidegger absolut zentral: Das Wesen der Technik ist „nichts Maschinenartiges“ (FT 23), sondern eine Art des Betrachtens und Umgehens mit der Welt.

2.2 Der Charakter des Blicks der Technik: Herausfordern, Bestand und Ge-stell

Es ist für Heidegger wichtig, dass Technik weder die einzige noch die zentralste Art des Entbergens ist (vgl. etwa FT 11 o. 27). Daran ist bemerkenswert, dass, wenn es mehrere identifizierbare Arten des Entbergens gibt, jede einen unterscheidbaren, eigenen Zugang zur Welt bieten muss. Technik ist also gerade nicht neutral, jedenfalls nicht in dem Sinn, dass sie keinen spezifischen Blickwinkel darstellt, der eigene immanente Qualitäten oder Werte mit sich bringt. Sie muss als eine bestimmte Perspektive charakterisierbar sein.

Heideggers erste Beschreibung der Technik bestimmt sie als das Entbergen von Dingen, die, anders als die Gegenstände und Prozesse in der Natur, sich nicht selbst hervorbringen würden (vgl. FT 13). Damit wäre sie vor allem Produzent von Artefakten, d.h. von Gegenständen, die im weiteren Sinne bestehen, wie sie sind, weil Menschen sie gezielt bearbeitet haben.[3] Zwar bringt auch die Kunst Artefakte hervor, aber Heidegger beschreibt sie als mit der Technik „einerseits […] verwandt und andererseits […] grundverschieden“ (FT 35), denn die Technik entbirgt viel offensiver: Sie bringt nicht mehr aus der Natur hervor, sondern sieht sie als etwas, über das sie verfügen kann und das ihr zur Verfügung steht, um bestimmte Ziele zu erreichen. Sie stellt die Natur, wie Heidegger es formuliert (vgl. FT 14). Damit klingen möglicherweise die Assoziationen eines gestellten Wildes oder eines irgendwo hinbestell ten Untergebenen an. Die Technik tritt in einer Anspruchshaltung mit Forderungen und Befehlen an die gestellte Natur heran und nimmt sich aus ihr heraus, was sie von ihr fordert – sie fordert Dinge aus ihr heraus, wie Heidegger es ausdrückt (vgl. FT 14), damit sie ihr zur Verfügung stehen. Alles, was in der gestellten Welt ist, sieht die moderne Technik deshalb als Bestand (vgl. FT 16). Wieder lässt Heidegger, indem er diesen Begriff einführt, Assoziationen mitschwingen – möglicherweise die eines Lagerhauses mit einem Bestand an zur Verfügung stehenden Materialien. Er betont aber, damit wesentlich mehr zu meinen als einfach ein Synonym zu „Vorrat“: „Was im Sinne des Bestandes steht, steht uns nicht mehr als Gegenstand gegenüber.“ (FT 16) Ich würde hier die Lesart vorschlagen, dass alles, was die Technik herausfordernd als Bestand entbirgt, nicht mehr an sich selbst, aufgrund eigener Qualitäten, interessant ist, sondern nur noch als ein mögliches Mittel zum Erreichen bestimmter Zwecke, d.h. als eine taxierbare, erfasste Größe, die in bestimmten Prozessen einsetzbar und verwertbar ist (vgl. FT 26). Bestand ist sozusagen die Gegebenheit der Gegenstände im Blick der Technik, den Heidegger das Ge-stell nennt (vgl. FT 19). Das Ge-stell, „die Weise, nach der sich das Wirkliche als Bestand entbirgt“ (FT 23), macht für ihn das Wesen der Technik aus. Sie ist eine bestimmte Art, die Welt zu sehen, nämlich als zur Verfügung stehende Vorratskammer von Gegenständen, Materialien und Prozessen, die man nur als Bestand versteht.

Wenn die Technik also die Welt auf die Weise des Gestells entbirgt, folgt sie damit bestimmten Wertmaßstäben – im Gegensatz zu ihrer vermeintlichen Neutralität. Es scheint auch beobachtbar zu sein, dass ihre erfolgreiche Nutzung an die Übernahme eines gewissen Werte- und Verhaltenskanons, z.B. „Versachlichung, Arbeitsdisziplin, Spezialisierung und Leistungsorientierung“[4] gebunden ist. Welche konkreten Werte lassen sich hier nun skizzieren? Kontrollierbarkeit und Kalkulierbarkeit spielen offensichtlich eine große Rolle. Solange wie das Ergebnis noch eine zufällige, unvorhersehbare Überraschung bleibt, ist die Technik nicht an ihr Ziel gelangt. Voraussagbarkeit und Berechenbarkeit sind für sie zentral. Das scheint mir ein Unterschied zum Entbergen der Kunst zu sein, in der wir heute Vorhersehbares oft als langweilig empfinden und Unkontrolliertes oder Erstaunendes schätzen. Weiter ist Verwendbarkeit ein zentraler Wert für Bestand (vgl. FT 16). Technik will Dinge zur Verfügung stellen, ausnutzen und in Prozesse einbinden.[5] Unintegrierbares oder Unkalkulierbares ist aus dieser Perspektive wertlos und deshalb fallenzulassen oder sogar als Störfaktor zu eliminieren. Außerdem sind für die Technik der Erfolg der Anwendung und ihre Funktionstüchtigkeit entscheidend. Auch wenn sie heute eng miteinander verflochten sind, würde ich hier den Unterschied zur modernen Naturwissenschaft vermuten: Technik will nicht unbedingt verstehen, weshalb sie Erfolg hat, solange sie sicher darauf kalkulieren kann, dass sie ihn haben wird.[6] Die Naturwissenschaft scheint sich hingegen nicht am Ziel zu sehen, wenn ein Prototyp funktioniert, sondern wenn sie versteht, warum er funktioniert. Sie muss so die anhand praktischer Erfahrungsfaustregeln schon funktionierende Technik oft erst theoretisch einholen.[7]

Heideggers Analyse bietet auch ein neues Verständnis des technischen Objekts an: Ein technisches Objekt ist, was durch den Blick der Technik als technisches Objekt betrachtet wird. Weniger tautologisch formuliert ist es das, was vom Ge-stell als Bestand entborgen wurde. Dabei wird deutlich, dass nicht nur Artefakte, sondern praktisch alles technisches Objekt werden kann, sofern es gestellt wird.

Ist es aber nicht skurril, den Status des technischen Objektes als interpretationsabhängig zu sehen? Man kann die Auffassung von Technik als herausforderndstellendem Blick und vom technischen Objekt als technisch interpretiertem Gegenstand verteidigen, wenn man sich vor Augen führt, dass auch Immaterielles zum Bestand gehört, etwa auf Emotionen abzielende Motivationstechniken oder psychologische Kriegsführung. Noch wichtiger ist aber, dass auch Kunstobjekte immer technisch betrachtet werden können, etwa hinsichtlich der Materialien oder Verarbeitung, während typische technische Objekte wie Autos immer auch implizit als Kunstobjekte gesehen werden können, die ihres Designs, ihrer ästhetischen Qualitäten, sogar ihres nostalgischen Wertes wegen bewundert werden. Auch Friedrich Rapp weist darauf hin, dass der Übergang fließend ist und anscheinend durch „einen bloßen Wechsel in der Betrachtungsweise“[8] ausgemacht wird. Es gehört zu unserer Alltagserfahrung, ein Kunstwerk als technisch perfekt ausgeführt, aber künstlerisch belanglos abzuwerten, oder zwischen den technischen Fähigkeiten eines Musikers auf seinem Instrument und seiner Kreativität als Solist zu unterscheiden. In solchen Situationen wird derselbe Gegenstand unterschiedlich entborgen und bewertet. Auch der Vorwurf, dass Literaturwissenschaft oder Philosophie alles trocken zu Tode analysieren und so jede Faszination zerstören würden, scheint gerade eine unpassende Anwendung der technischen Perspektive kritisieren zu wollen.

Wenn die Betrachtungsweise das Entscheidende ist, sind nicht nur Artefakte technische Objekte. Man könnte beispielsweise ein Herz zum technischen Objekt machen, lange bevor man auch nur einen einzigen Eingriff vorgenommen hat, einfach dadurch, dass man diesen Blickwinkel einnimmt und es als eine Art Pumpe erklärt, die an ein Schlauchsystem angeschlossen ist. Meist werden erst durch diese Erklärungsoption Eingriffe möglich. Statt die Eleganz eines schwimmenden Hais zu bewundern oder zu fürchten, kann man herauszufinden versuchen, wie die Natur an seiner Haut Probleme des Strömungswiderstandes technisch gelöst hat, und ihn so in gewisser Weise technisch entbergen. Ich denke, sogar andere Weisen des Entbergens können zum Gegenstand der Technik werden (wenn auch mit möglicherweise absurden Konsequenzen) oder können sie als Blick nicht ausschließen, wenn man z.B. fragt, wie man am besten Naturwissenschaft oder Kunst betreibt. Hier könnte auch in einer Art technischer Selbstanwendungsperspektive die Verbindung zwischen Naturwissenschaft und Technik liegen: Es ist eine äußerst effektive Technik, Technik zu betreiben, indem man durch Naturwissenschaft die erfolgsrelevanten Faktoren identifiziert und beeinflusst.

Ist die Perspektive der Schlüssel, kann man allerdings auch nach dem Gegenteil fragen: Hört ein Artefakt auf, ein technisches Objekt zu sein, wenn man es nicht mehr auf diese Weise betrachtet? Ein Artefakt bliebe es zwar immer noch, doch z.B. bei einer Säge aus der Bronzezeit oder einer verlassenen Fabrikhalle ist tatsächlich weniger die technische, sondern eher die historisch-archäologische Perspektive naheliegend.

© Christoph Witt2.3 Der Neutralitätsanspruch des technischen Blicks: die Gefahr

Wenn Technik der Blick ist, der die Welt als Bestand entbirgt, dann ist das Bild von ihr als wertneutralem Mittel ein schwerer Irrtum. Heidegger macht keinen Hehl daraus, dass er den technischen Weg des Entbergens, das Ge-stell, für extrem problematisch und gefährlich hält, sogar für die höchste, für die Gefahr (vgl. FT 26). Hier ist wirklich bemerkenswert, dass die Gefahr für ihn gerade nicht in den zerstörerischen Waffen liegt, die uns die Technik zu bauen ermöglicht, nicht einmal darin, dass sie unserer Kontrolle entgleiten oder in die Abhängigkeit treiben könnte, mit immer mehr Technik die Nebenwirkungen anderer Technik eindämmen zu müssen (vgl. FT 27f.). Genauso wenig wie das Wesen der Technik in den technischen Objekten lag (vgl. FT 20), liegt auch die Gefahr der Technik nicht in ihnen, sondern im Blick des Ge-stells (vgl. FT 28). Das ist in zweierlei Hinsicht zu verstehen:

Zum einen entbirgt das Gestell die gesamte Wirklichkeit noch und ausnahmslos als Bestand. Nichts wird mehr für sich genommen und gewürdigt, sondern alles interessiert nur hinsichtlich seiner Verwendbarkeit (vgl. FT 16). Die Vorstellung einer solchen Welt ist erschreckend, leer und freudlos. Nichts kann einfach nur erlebt werden oder uns berühren. Spektakuläre Naturwunder werden zu Tourismusattraktionen (vgl. FT 16) oder Rohstoff- und Energielieferanten (vgl. FT 15-17). Tiere werden industriell züchtbare Konsumgüter. Sogar die Ergebnisse technischer Prozesse sind wieder nur „bestellt, […] um selber bestellbar zu sein für ein weiteres Bestellen“ (FT 16) – es gibt keine Endpunkte, die für sich gewürdigt werden, sondern nur weiteren Bestand. Diese Entwicklung wird besonders deutlich, wenn die Technik Energie, quasi blankes Potential, liefert und speichert (vgl. FT 14f.). Zugespitzt könnte man sagen, dass die Technik auf diese Art endlos und ziellos wird, da kein Ziel neben ihr bestehen kann – der Blick der Technik, alles als Prozesse und Bestandteile in Prozessen zu entbergen, setzt sich gegen alle Endpunkte durch und absorbiert alles als Mittel und Bestand. Obwohl er uns eigentlich im Entbergen die Welt verstehen helfen sollte, erleben wir die Welt und alles in ihr so gerade nicht mehr, sondern verlieren sie an den Blick der Weiterverwendbarkeit. Die Gefahr, so Heidegger, liegt nun weiter darin, dass das Ge-stell auch uns Menschen selbst dieser Perspektive unterwirft, als „Menschenmaterial, Krankenmaterial“ (FT 17) oder „Ingenieure“ (FT 29), als in größere Zusammenhänge und Abläufe wie die Tourismus-, Holz- oder Printindustrie eingebettete Größen (vgl. FT 16f.). Sobald wir die Welt nur noch als Bestand sehen, beginnen wir, auch uns selbst und andere nur noch als die „Besteller des Bestandes“ (FT 26) und Bestand zu sehen und einzukalkulieren (vgl. FT 26). Obwohl wir uns als diejenigen betrachten, die die Technik betreiben, fallen wir tatsächlich unter ihren Blick. Wenn Heidegger dazu schreibt, der Mensch begegne so nirgends noch seinem Wesen (vgl. FT 27), könnte man das auch so ausdrücken, dass wir durch die Technik auch den Bezug zu uns selbst verlieren. Wer diese Befürchtung für eine metaphysische Sorge aus dem Elfenbeinturm der Philosophie hält, muss sich ihre drastischen praktischen Konsequenzen klar machen: Die Technik sieht alles als veränderbar, um es verwerten, ausnutzen und kontrolliert zur Verfügung stellen zu können. Gleichzeitig ist im technischen Verständnis Wert oder Daseinsberechtigung klar mit technischer Überlegenheit und fehlerloser Funktion gekoppelt. Weiter haben aber auch bestimmte Faktoren (etwa künstlerische oder emotionale) in der Technik keinen Platz. Es ergäbe keinen Sinn, sich emotional an eine Zündkerze zu binden (wenigstens nicht, solange sie in ihrer technischen Funktion als Zündkerze interessiert und nicht z.B. als Erinnerungsstück.). Wahrscheinlich ist auch das oft gemeint, wenn Technik alltagssprachlich als neutral bezeichnet wird – ungetrübt durch z.B. Mitleid oder menschliche Skrupel. Wann eine solche Perspektive einzunehmen ist, ist aber eine offensichtlich keinesfalls ethisch neutrale Frage. In vielen Kontexten erschiene uns eine solche Blickweise äußerst problematisch. Eltern, die ihr Kind durch erzieherisch-konditionierende Tricks zu Höchstleistung treiben, würden wir für lieblose Rabeneltern halten. Einen Arzt, der einen Patienten nur als System ineinandergreifender Organe und Reaktionen sieht und nicht als fühlenden Menschen, würden wir als kalt verurteilen. Einen Manager, der Arbeiter als Zahnräder im Uhrwerk sieht, deren Wohlergehen höchstens zur Verbesserung der Arbeitsmoral von Belang ist, wäre für uns ein Ausbeuter. In dieser Hinsicht ist die Technik also sogar noch weniger wertneutral als zunächst angenommen. Und schließlich ist der Blick der Technik auf alles anwendbar. Das bedeutet, dass ein Technikbegriff, der ausschließt, dass Leben, auch menschliches Leben, technisches Objekt werden könnte, im Zeitalter der Genetik keine Hilfe mehr ist und nicht aufrecht erhalten werden kann. All das ergibt ein erschreckendes Bild von einer Welt, in der ausschließlich der Blick der Technik herrscht. Man muss nicht einmal an Immanuel Kants Formulierung des kategorischen Imperatives denken, dass Menschen niemals als Mittel, sondern immer als Zweck zu betrachten seien,[9] um die dramatischen Konsequenzen zu ahnen: Menschen als Bestand zu sehen, bedeutet, sie einer unmenschlichen Perspektive zu unterwerfen, die sie als verwertbare, kontrollierbare Rädchen in einem großen Getriebe versteht. Sie genetisch zu verändern, damit sie bestimmten Zwecken genügen, wäre praktisch vorprogrammiert. Und im technischen Wertverständnis wäre ein fehlerloser, d.h. gesunder, verwendbarer oder genetisch verbesserter Mensch mehr Wert als ein kranker, alter oder weniger verwendbarer. Die Menschen verlören ihr Recht, unvollkommen zu sein.

Die Gefahr der Technik droht für Heidegger aber noch in einer zweiten Hinsicht: Technik wird selten überhaupt als Art des Entbergens wahrgenommen (vgl. FT 27). Daher wirkt es intuitiv nicht naheliegend, dass sie überhaupt etwas mit Wahrheit zu tun haben könnte oder dass sie eine bestimmte Art ist, die Welt zu betrachten. Ihre instrumentale Seite als Mittel steht im Vordergrund (vgl. FT 29 u. 32). Wer Technik betreibt, würde meistens gar nicht sagen, dass er damit einem bestimmten Wirklichkeits- oder Werteverständnis folgt, sondern dass er nur praktisch auf Grundlage von wertneutralen Fakten in der Welt handelt. Heidegger schreibt dazu, das herausfordernde Gestell verberge, Entbergen zu sein (vgl. FT 27). So entsteht der Eindruck, dass Technik einen höheren, objektiveren Anspruch auf Realismus hat als andere Arten des Entbergens. Auch das ist wohl oft gemeint, wenn es heißt, Technik sei neutral: Dass sie die Welt unverfälscht zeigt, wie sie tatsächlich ist, und dass das Funktionieren der Technik die objektive, unverfälschte Sicherheit ihres Blickes auf die Welt garantiert – als ob die Aussagen der Technik wahr wären, wenn die Technik funktioniert. Damit, schreibt Heidegger, gerät Technik in ein Überlegenheitsverhältnis gegenüber allen anderen Entbergungsarten und zerstört sie so: „[…] das Ge-stell gefährdet nicht nur den Menschen in seinem Verhältnis zu sich selbst und zu allem, was ist. […] Wo dieses herrscht, vertreibt es jede andere Möglichkeit der Entbergung.“ (FT 27, vgl. auch 34)

Und wirklich scheint die Technik zu unserer Standard-Lösungsstrategie für die meisten Probleme geworden sein. Wollen wir etwas „richtig“ und unvoreingenommen betrachten, beschreiben wir es meist technisch. Die Blaupause einer Kathedrale erscheint uns als blanke Wiedergabe ernsthafter, realer Fakten, ein Gedicht über den Eindruck von Raum und Licht in ihr als eine schöngeistige Interpretation. Eine präzise Landkarte, nicht Paul Cézannes Bilder, zeigen uns, wie der Montagne Saint Victoire wirklich ist. Tatsächlich ist aber beides Entbergen – zwei verschiedene Aussagen über denselben Gebirgszug, Resultate zweier unterschiedlicher Weisen des Umgangs mit der Realität. Indem der Entbergungscharakter der Technik aber nicht mehr auffällt, wird nur noch sie als realistische Perspektive auf die Welt akzeptiert, während andere Zugänge zur Realität ihre Berechtigung verlieren. Eine praktische Konsequenz davon wäre letztlich, dass, wer Menschen nicht als Bestand sieht, als irrational abgestempelt wird.

2.4 Die Berechtigung und Unausweichlichkeit der Technik: das Geschick

Die Gefahr der Technik liegt für Heidegger also darin, dass durch den extrem hohen Objektivitätsanspruch des Gestells unser Blick auf die Welt, uns selbst und unsere Ansicht darüber, was eine realistische Aussage über diese Welt und uns selbst ist, verändert wird. Aber was ist Heideggers Lösungsvorschlag? Alle Ansätze, die Technik als Instrument auffassen und deshalb nur versuchen, ihren Missbrauch zu verhindern, können sie nicht meistern (vgl. FT 32):

[Technik, Anm. C.W.] droht mit der Möglichkeit, daß alles Entbergen im Bestellen aufgeht und alles sich nur in der Unverborgenheit des Bestandes darstellt. Menschliches Tun kann nie unmittelbar dieser Gefahr begegnen. (FT 34)

Sollen wir also radikal mit der Technik brechen und sie als eine Lüge verwerfen? Solche Versuche bezeichnet Heidegger als genauso „hilflos“ (FT 25) wie die Technik naiv weiter zu betreiben. Für ihn sind wir nicht die Herren der Technik, sondern selbst von ihr herausgefordert (vgl. z.B. FT 17f.). Wir könnten sie gar nicht abbrechen. Die direkte Überlebensabhängigkeit der modernen Massengesellschaft von der Technik lässt Heidegger dabei sogar eher unbeachtet (z.B. ist ein völliger Stromausfall in einer Großstadt eine Katastrophe). Für ihn ist zentraler, dass die Technik unser Geschick ist (vgl. FT 24): Heidegger meint damit kein vorherbestimmtes Schicksal, sondern versucht die Technik wie einen Weg zu beschreiben, auf den wir gebracht wurden und den wir gehen (vgl. FT 24), der aber keine freie Erfindung von uns ist. Die Welt zu entbergen, schreibt er, ist unser Geschick, und das Ge-stell ist als eine Weise des Entbergens etwas, in das wir hineingeschickt werden (vgl. FT 24). Es ist prägnant, dass Heideggers Begriffe ihm erlauben, hier von uns im Passiv zu reden:

Wir werden ins bestellende Entbergen geschickt (vgl. FT 24), sind vom Ge-stell herausgefordert (vgl. FT 17), entborgen und gestellt (vgl. FT 23). Aber wie ist das zu verstehen? Wer schickt uns? Ich würde die folgende Lesart vorschlagen:

Entbergen ist unser Versuch, die Welt zu verstehen und mit ihr umzugehen. Immer, wenn wir sie entbergen, ob technisch oder auf andere Weise, werden wir dabei auf irgend eine Weise so beansprucht, dass wir eine Funktion oder einen Platz in ihr zugewiesen bekommen und uns so selbst mit entbergen und eine Art Selbstbild entwickeln. Egal welchen Zugang zur Welt wir wählen, wir selbst müssen in ihm vorkommen, mindestens als diejenigen, die sich dieser Entbergungsweise bedienen – als ob es z.B. Kunst, Glauben oder Technik als Weg des Entbergens unabhängig von uns gäbe und wir nur die Leerstelle des ausführenden Elements einnehmen würden. Zwar vollzieht der Mensch das Entbergen (vgl. FT 17), aber egal wie er entbirgt, immer „ist er bereits von einer Weise der Entbergung beansprucht, die ihn herausfordert, die Natur als einen Gegenstand der Forschung anzugehen“ (FT 18). Jedes Entbergen fordert heraus (vgl. FT 17) und ist Geschick (vgl. FT 24), Dichtung genauso wie Technik. Der Ausdruck des Geschicks betont hierbei meiner Meinung nach die Unvermeidbarkeit, die Welt auf irgendeine Art zu entbergen. Irgendwie müssen wir uns der Welt nähern, und das tun wir auf Arten, die sozusagen außerhalb von uns selbst liegen, weil wir nur hervorbringen können, was in der Welt potentiell angelegt und als Zugang zu ihr möglich ist. Die Welt und ihre Struktur drängen uns sozusagen bestimmte Erklärungsmöglichkeiten auf – sie schicken uns in sie. Auch die Technik ist kein bloßes Hirngespinst von uns, sondern trotz ihrer Gefahr eine berechtigte und notwendige Art, die Welt zu erklären. Deshalb könnten wir uns nicht einfach entscheiden, diese Perspektive aufzugeben – wie die anderen Arten des Entbergens entbirgt die Technik eine reale Struktur in der Welt und erschafft diese Struktur nicht erst.11 Zudem ist sie für uns eine überlebenswichtige Art, die Wirklichkeit zu erklären. Die Landkarte des Montagne Saint Victoire enthält Fakten, die auf Cézannes Bildern fehlen. Man könnte nach ihnen keine Gebirgswanderungen oder Brückenbauten planen. Die Perspektive der Technik ist für uns wohl unvermeidlich, weil sie oft lebensnotwendig für uns ist: Wir müssen in der Welt Abläufe, Rohstoffe, Bestand und Bestellbares sehen, um bestimmte Ziele erreichen zu können. Aber weil der Entbergungscharakter der Technik nicht auffällt, entsteht ein verheerendes Ungleichgewicht, das dazu führt, dass wir andere Entbergungsarten verlieren und uns selbst und die Welt nur noch als Bestand sehen. Wenn das Wesen der Technik im Gestell beruht (vgl. FT 25), ist es illusionär, sie anders betreiben zu wollen. Gleichzeitig ist das Entbergen, damit auch Technik, unser Geschick – daher ist es uns nicht möglich, sie aufzugeben.

2.5 Die Rettung vor der Gefahr der Technik

Was ist nun die Rettung vor der Gefahr? Ich verstehe Heidegger so, dass er zwar bewusst vage bleibt und betont, nicht zu wissen, wie die Rettung konkret auszusehen habe (vgl. FT 35f.), aber sagt, dass sie im Wiedererstarken der anderen Entbergensarten liegt. Er scheint davon auszugehen, dass die Technik, indem sie ihren Höhepunkt erreicht, sich selbst überschlägt und so gerade auf ihre blinden Flecken hinweist, so dass erst dann die Rettung deutlich wird. Der erste Schritt besteht darin, die Technik als bestimmten Blick auf die Welt, als Entbergen aufzufassen, und nicht mehr nur als neutrales Instrument zu sehen (vgl. FT 32). Die Gefahr der Technik besteht darin, dass „alles Entbergen im Bestellen aufgeht und alles sich nur noch in der Unverborgenheit des Bestandes darstellt“ (FT 34), also darin, dass sich unser Weltverständnis in der Weltsicht der Technik erschöpft. Wir können sie aber auch nicht aufgeben. Die Technik ist nicht böse – nur ihre Alleinherrschaft als Form des Entbergens führt in die Katastrophe. Also wäre als rettende Gegenreaktion eine Korrektur des Ungleichgewichts denkbar, indem man andere Entbergungsweisen stärkt, besonders diejenigen, die Kontrolle und Instrumentalisierung ablehnen oder gerade bewusst versuchen, Augenblicke und Gegenstände um ihrer selbst willen zu erleben und zu würdigen. Heidegger schreibt dazu:

Weil das Wesen der Technik nichts Technisches ist, darum muß die wesentliche Besinnung auf die Technik und die entscheidende Auseinandersetzung mit ihr in einem Bereich geschehen, der einerseits mit dem Wesen der Technik verwandt und andererseits von ihm doch grundverschieden ist. Ein solcher Bereich ist die Kunst. (FT 35)

Heideggers Rettungsansatz geht von Hölderlins Lyrik aus. Technikphilosophie scheint oft literarische Beispiele aufzugreifen. Die Auseinandersetzung mit der Technik passiert also häufig über Literatur – von Goethes Zauberlehrling oder Faust 2 über Stanisław Lem, Max Frischs Homo Faber, Aldous Huxleys Schöne neue Welt oder Tanizaki Jun’ichiros Lob des Schattens.[10] Alfred Nordmann schlägt sogar ausdrücklich das Geschichtenerzählen als Weg zu einem reflexiven Technikbegriff vor.[11]

Bevor ich zum Fazit komme, möchte ich ein Randbeispiel erwähnen, an dem sich eventuell in kleinem Rahmen zeigt, was Heidegger mit der auf ihrem Höhepunkt kippenden Technik meint: Mittlerweile ist es möglich, Musik durch Programmierung oder digitale Nachbearbeitung zu sauberster, menschlich unerreichbarer Fehlerlosigkeit zu treiben. Auf diesem Höhepunkt fällt nun aber auf, dass erfolgreiche, aber fehlerbehaftete Aufnahmen durch diese Nachbearbeitung wohl nichts gewinnen würden. Es entstehen sogar Tools, die kontrolliert kleine Makel wie leicht unpräzise Schlagzeugschläge oder leise Umgreifgeräusche von Gitarrensaiten in programmierte Musik einbauen. Möglicherweise plant die Technik also hier auf ihrem Höhepunkt technisch kalkulierte Freiräume von sich selbst ein. Man kann das als Inkonsequenz oder sogar nächste Stufe der Perversion sehen, aber anscheinend zeigt sich hier, dass die beste Aufnahme wohl nicht die technisch fehlerlose ist, dass es offensichtlich andere Arten des Entbergens und Bewertens geben muss, die die Technik sogar in ihr Vorgehen zu integrieren versucht, und dass wir letztlich doch überlegen müssen, was wir eigentlich wollen.

3. Fazit

Ich komme zu einer Zusammenfassung: Technik ist zwar ein Mittel, aber trotzdem nicht nur instrumental aufzufassen. Sie ist eine spezielle Umgangsform oder Perspektive, die die Welt als kalkulierbar und kontrolliert-zielgerichtetem Handeln verfügbar versteht. Deshalb betrachtet die Technik alle Dinge nur hinsichtlich ihrer Verwendbarkeit, also als Bestand, und ihr Wert ist für sie nur die Funktion dessen, wozu sie verwendet werden können. Darum ist ein funktionsuntüchtiges technisches Objekt technisch gesehen weniger wertvoll als ein verwendbares. Damit ist die Technik also nicht neutral, sondern vertritt eigene Werte, deren Anwendung auch keine neutrale Entscheidung ist. Dann liegt die Gefahr der Technik nicht primär in ihrer Verwendung zu gefährlichen oder inhumanen Zwecken, sondern darin, dass sie unseren Blick auf die Welt dahingehend verändert, alles, sogar uns Menschen, nur als zur Verfügung stehenden Bestand zu sehen. Gleichzeitig verbirgt die Technik aber ihren interpretierenden Charakter hinter einem hohen Realismusanspruch und unterdrückt so alle anderen Blicke auf die Welt. Solange das Bild von ihr als neutralem Mittel vorherrscht, das durch die richtigen Verwendungsregeln kontrollierbar ist, kann man ihr keine Grenzen setzen. Dann greifen aber alle gesetzlichen Versuche der Technikkontrolle zu kurz. Die Philosophie der Technik hat also ein extrem wichtiges Problem zu lösen, denn wir werden auf die Technik und ihre Gefahr nicht angemessen reagieren können, solange wir sie nicht anders auffassen. Der Blick der Technik ist auf alles anwendbar. Die Frage ist also, ob wir z.B. auch uns Menschen nur als technische Objekte sehen wollen. Und trotz aller Gefahr bleibt die Technik eine Weltsicht, auf die wir angewiesen sind. Es muss uns aber klar werden, was wir tun, wenn wir sie einsetzen, welche Werte sie vertritt, und dass es andere Ansätze gibt, die Welt zu verstehen und zu erleben. Vielleicht liegt die Rettung wirklich in der Stärkung dieser anderen Ansätze, die die Welt gerade nicht als kontrollierbar und nutzbar zu machend sehen, sondern den Menschen das Recht auf Freiheit und Unvollkommenheit zugestehen und uns nicht zu verbessern und zu kontrollieren, sondern anzunehmen und zu verstehen lehren wollen.

Schleicht sich so doch wieder die Illusion ein, dass Technik kontrollierbar ist, wenn sie richtig betrieben wird? Ich denke nicht, denn solche Grenzen setzt sich die sich selbst überlassene Technik nicht von alleine. Sie resultieren gerade aus der Erkenntnis, dass die Technik grenzenlos absorbiert und in die Katastrophe führt, solange man sie nicht richtig versteht und bewusst und entschieden anderen Kräften und Weltverständnissen gegenüberstellt. Dann wird die entscheidende Auseinandersetzung mit der Technik aber tatsächlich auf anderem Feld als dem der Technik geführt.

Freie Universität Berlin, Wintersemester 2009/2010

[1] (FT): Martin Heidegger: „Die Frage nach der Technik.“ In: Ders.: Die Technik und Die Kehre. Stuttgart: Klett-Cotta 2002. S. 5-36.

[2] Zu verschiedenen Technikbegriffen vgl. Friedrich Dessauer: Streit um die Technik. Frankfurt am Main: Knecht 1958. S. 218, S. 144-146 u. S. 202, sowie insbes. S. 227-235, wo ein Kompendium von Ansätzen zu finden ist. Vgl. auch Friedrich Rapp: „Technik und Naturwissenschaften – eine methodologische Untersuchung.“ In: Hans Lenk/Simon Moser: Techne, Technik, Technologie. Philosophische Perspektiven. Pullach bei München: Verl. Dokumentation 1973. S. 108-132. Hier. S. 120-122. Vgl. auch ders.: Die Dynamik der modernen Welt. Eine Einführung in die Technikphilosophie. Hamburg: Junius 1994. S. 19 u. S. 66ff. Sowie: Günther Ropohl: Vom Wert der Technik. Stuttgart: Kreuz 2003. S. 126.

[2] Kunst ist für Heidegger mehr als nur eine Entbergensweise, doch für die Fragestellung dieser Arbeit werde ich mich auf diesen Aspekt beschränken.

[3] Vgl. Rapps Kritik dieser Technikbestimmung in Friedrich Rapp: „Technik und Naturwissenschaften.“ S. 109-111.

[4] Friedrich Rapp: Die Dynamik der modernen Welt. S. 173.

[5] Vgl. ders.: „Technik und Naturwissenschaften.“ S. 121.

[6] Vgl. ebd. S. 129-131.

[7] Vgl. Friedrich Dessauer: Streit um die Technik. S. 59.

[8] Friedrich Rapp: „Technik und Naturwissenschaften.“ S. 109.

[9] Vgl. Immanuel Kant: „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten.“ In: Kant’s gesammelte Schriften. Bd. 4: Werke. Hrsg. von der Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften. Berlin: Reimer 1903. S. 385-463. Hier. S. 429.

[10] Tanizaki beschreibt etwa, wie das Problem dunkler Räume entweder technisch durch bessere Beleuchtung gelöst werden kann, oder indem man die Schönheit des Schattens ästhetisch integriert. Vgl. Jun‘ichiro Tanizaki: Lob des Schattens. Entwurf einer japanischen Ästhetik. Zürich: Manesse 2002. S. 33, S. 53f. u. S. 74.

[11] Vgl. Alfred Nordmann: Technikphilosophie zur Einführung. Hamburg: Junius 2008. S. 13-29.

[11] In Die Kehre könnte auch Heidegger so verstanden werden, wenn er schreibt, das Sein schicke sich selbst, das Wesen der Technik sei das Sein selbst und deshalb könne der Mensch sie nicht überwinden, da er dazu Herr des Seins sein müsse. Vgl. Martin Heidegger: „Die Kehre.“ In: Die Technik und Die Kehre. a.a.O. S. 37-47. Hier. S. 38.

Bild © Christoph Witt

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