Feature: SYN-Magazin (Wien)

Feature: SYN-Magazin (Wien)

SYN-Magazin.jpgIn dieser Rubrik werden wir anderen studentische Publikationen Raum geben, um einander verstärkt sichtbar zu machen, aber auch voneinander zu lernen. Der letzte Überblick wurde auf http://www.artefakt-sz.net veröffentlicht, und das im August 2013[1] – seitdem hat sich viel getan: Etwa die verlinkte Seite der Anwesenheitsnotiz hat sich verändert, ganz zu schweigen von bisher unbekannten Neuerscheinungen. Wer hier spannende Projekte (gerne auch in der Vorbereitung) kennt, kann sie uns gerne vorstellen – für das nächste Heft planen wir eine eigene Überblicksseite.

Hier haben wir mit dem Wiener SYN-Magazin einen Anfang gemacht, das nicht nur für einen Vergleich mit uns herhalten lässt (ähnliche Idee, gleiches Alter), sondern einfach spannende Ideen verfolgt: Die jetzige Ausgabe zum Thema „stumm. Beleuchtungen der Leere“ ist gerade veröffentlicht worden, für die nächste Ausgabe „Entgrenzungen“ werden bis zum 31.12.15 noch Beiträge gesucht.[2] Bis zum Websitebesuch (http://www.syn-magazin.at/) bei unseren Wiener Freunden: Einstweilen viel Spaß mit dem Interview zwischen Wera Hippesroither, Marlene Grois und David Hoffmann vom SYN-Magazin sowie Tim König von der AWN!

Kurz gesagt: Welches Ziel verfolgt ihr mit eurer Zeitschrift?

Wera: Wir wollen ambitionierten Arbeiten, die lediglich dem Erwerb von ECTS dienen, eine Plattform bieten und somit junge Wissenschaftler_innen zu fördern.

Marlene: Wir wollen jungen Leuten ermöglichen, ihre bisher geschriebenen Arbeiten zu publizieren, damit diese nicht in der Versenkung verschwinden.

 Könnt ihr einen kurzen Abriss über die Geschichte eures Magazins geben?

Wera: Das SYN wurde von drei Studierenden der Theaterwissenschaft gegründet. Die erste Ausgabe erschien im Oktober 2010 mit dem Titel „irreal“. Seitdem wird jede Ausgabe von Herausgeber_innen zu Herausgeber_innen weitergegeben.

Was ist eure Motivation, Teil der Redaktion zu sein?

Marlene: Ich finde es sehr interessant, mich mit wissenschaftlichen Texten auf unterschiedlichsten Themengebieten auseinanderzusetzen und somit auch neue Perspektiven kennenzulernen.

David: Es ist besonders spannend, den Weg eines Textes von der Einreichung bis zur Publikation mitzuverfolgen, sich mit den Autor_innen auszutauschen und zu sehen, wie das Feedback aus den verschiedenen Quellen – Redaktion, Lektorat und Peer-Review – aufgenommen und eingearbeitet wird.

Welche Etappen durchläuft ein Text, bis er in der SYN erscheint?

Wera: Nach der gemeinsamen Textauswahl wird der Text mit der Autor_in und zwei Redakteur_innen inhaltlich überarbeitet und das Stylesheet eingearbeitet, darauf folgt die erste Lektoratsphase, bevor der Text an die Peers zur Begutachtung geht. Um die Verbesserungsvorschläge der Peers einzuarbeiten, gibt es dann wieder eine zweite Redaktions- und Lektoratsphase. Sind diese durchlaufen, wird der Text von den Grafiker_innen ins Layout gesetzt und von den Lektor_innen noch ein letztes Mal in der Fahnenkorrektur durchgesehen. Das gedruckte Resultat wird dann gemeinsam bei der Release-Party gebührend gefeiert.

 Wie entscheidet ihr, ob ein eingereichter Text bei euch abgedruckt wird?

Wera: Jede Ausgabe steht unter einem Adjektiv. Der Text muss zunächst also thematisch passen, außerdem sind eine wissenschaftliche Ausarbeitung und ein aufrechtes, noch nicht abgeschlossenes Studium der Autor_in notwendig.

 Habt ihr eine Qualitätssicherung?

Wera: Natürlich, wir arbeiten mit einem wissenschaftlichen Beirat, der aus Spezialist_innen in verschiedenen Themengebieten besteht und die Texte in einem Peer-Review-Verfahren bewertet.

 Wie oft trefft ihr euch? Haben die Diskussionen Enden?

Wera: Die 3 Herausgeberinnen (Redaktions-, Lektorats- und Kreativleitung) treffen sich wöchentlich, wobei es jedes Mal genug zu besprechen gibt. Jeden Monat gibt es ein großes Teamtreffen, bei dem dann kollektiv diskutiert wird. Diese Treffen enden meistens beim Stammtisch.

 Welche Nahrungsmittel müssen sich vor euren Sitzungen in Acht nehmen?

David: Cashews vor und während der Sitzungen, Bier danach.

 Wie organisiert ihr euch intern bzw. verteilt Aufgaben untereinander?

Wera: Das SYN ist mittlerweile recht groß und gliedert sich in Redaktions-, Lektorats- und Grafikteams; bei jeder Ausgabe übernehmen drei neue Mitglieder die Herausgeberschaft und leiten eine Sparte. Um ein großes Team zusammenzuhalten und vor allem die Einbringung einer_s jede_n Einzelnen zu ermöglichen, treffen wir uns so oft wie möglich, die persönlichen Diskussionen sind die fruchtbarsten.

Und wie findet ihr neue Leser*innen?

Marlene: Durch Mundpropaganda und soziale Netzwerke.

Wie entwickelt ihr das Magazin weiter?

Marlene: Da die Herausgeberschaft für jede Ausgabe von einem neuen Team bestritten wird, welches die Arbeitsweisen und Gestaltung beeinflusst, ist jedes Magazin ein ganz individuelles.

Auf welchem Weg und wie oft gibt es mediale Interaktionen mit eurem Magazin (Facebook, Leserbriefe, …)?

Marlene: Wir kommunizieren hauptsächlich über Facebook und per Mail.

Gab es dabei auch Lob oder Kritik? Wie geht ihr damit um?

Marlene: Wir freuen uns natürlich sehr, wenn das Magazin gut ankommt und auch für Kritik sind wir immer offen.

Wie wichtig ist euch, dass das Endprodukt gedruckt vorliegt? Würdet ihr gerne auch digital publizieren?

Wera: Nach einem guten halben Jahr Arbeit ist es immer wieder ein tolles Gefühl, das fertige Buch dann tatsächlich in der Hand zu halten und vor allem die Autor_innen und Illustrator_innen zu feiern. Nachdem wir an den Texten gearbeitet haben, ist es immer wieder spannend, alle Beteiligten persönlich zusammenzubringen: wir begleiten einen Prozess und das Endprodukt ist jedes Mal eine fette Party wert.

Welche studentische Zeitschrift sollte eurer Meinung nach als nächstes im Feature vorstellen? (Warum?)

David: Das „Sublin/mes. philosophieren von unten.“ ist ein spannendes Magazin, das die Freude am Denken und Schreiben unabhängig von starr verfahrenen akademischen Strukturen zu finden sucht: https://sublinesblog.wordpress.com

 

Die ersten vier Ausgaben der Zeitschrift sind auf der Website des SYN-Magazins einsehbar, alle weiteren im projekteigenen Shop (http://www.syn-magazin.at/shop) für 7,50€ erhältlich.

[1] Anika Meier: Wir sind nicht allein. Studentische Zeitschriften im Überblick. In: artefakt-sz.net (http://www.artefakt-sz.net/allerart/wir-sind-nicht-allein-studentische-zeitschriften-im-uberblick). Besucht am 25.11.2015.

[2] Einreichungen können an redaktion@syn-magazin.at gesendet werden.