Feature: geoLoge

Studentische Zeitschriften und Magazine

Feature: geo Loge in Bochum

Interview mit Ann-Michelle, Bianca und Lena

 

Die Zeitschrift

Kurz gesagt: Welches Ziel verfolgt die geo Loge?

Lena: Die Idee der geo Loge ist es, Studierenden schon während des Studiums das Publizieren eigener (Fach-)Texte zu ermöglichen. Das heißt, wir schreiben wenige Texte selber, sondern sind auf Input der Studierenden angewiesen. Derzeit erscheint die geo Loge einmal im Jahr, es ist jedoch unser langfristiges Ziel, zwei Ausgaben pro Jahr zu veröffentlichen. Die geo Loge richtet sich hauptsächlich an KommilitonInnen, aber auch an DozentInnen und ProfessorInnen der Geographie sowie generell an alle, die sich für das Fach Geographie interessieren. Die Beiträge werden in Rubriken eingeteilt:
„Aus der Lehre“ (z.B. Vorstellung eines Moduls),
„Aus der Praxis“ (z.B. Erfahrungsbericht einer Exkursion),
„State oft the Art“ (Ausschnitt aus einer aktuellen Forschungsarbeit oder Hausarbeit),
„Fachartikel“ (z.B. Abschlussarbeitsthemen)
sowie Rezensionen.
Es wird versucht, sowohl in Bezug auf die Rubriken als auch auf die thematischen Schwerpunkte, eine möglichst abwechslungsreiche Mischung für die Zeitschrift zu finden.

Könnt ihr einen kurzen Abriss über die Geschichte eures Magazins geben?

Bianca: Der Grundstein der geo Loge wurde im Jahr 2009 gelegt, als sich Studierende und Doktoranden zusammenschlossen, um ein Publikationsformat für Bochumer Geographiestudenten zu entwickeln, und die Zeitschrift gründeten. Seither arbeitet ein studentisches Redaktionsteam kontinuierlich an neuen Ausgaben. Dieses Engagement würdigt inSTUDIES – ein Qualitätsförderungsprogramm für Studierende der RUB – seit einigen Jahren mit einer finanziellen Förderung. Seit 2017 ist die geo Loge als Teilprojekt fester Bestandteil der Förderung durch inSTUDIES.

Verfolgt ihr mit eurem Design eine Ästhetik?

Ann-Michelle: Wir greifen mit unserem Design die Farben der RUB auf, um unsere Zugehörigkeit zu zeigen. Gleichzeitig setzen wir auf ein schlichtes und übersichtliches Layout, um den Inhalt in den Vordergrund zu rücken

Was ist eure Motivation, Teil der Redaktion zu sein?

Lena: Unser Idealismus ist unsere größte Motivation. Wir wollen ein Wissensformat für alle Geographiebegeisterten schaffen, das genauso vielfältig und interessant ist wie das Fach selbst. Uns begeistert dabei immer wieder der Enthusiasmus, mit dem unsere AutorInnen hinter ihren Artikeln stehen. Dadurch fühlen wir uns angespornt, ihnen mit einer bestmöglichen Betreuung zu danken. Ein weiterer Motivator ist, dass wir die Redaktion komplett selbst organisieren können und müssen. Dabei bringt jeder Ideen und Stärken mit, die uns häufig spüren lassen, dass die Redaktion mehr ist als die bloße Summe ihre Einzelteile – nicht zuletzt jedes Mal, wenn wir eine neue fertige Ausgabe der geo Loge in der Hand zu halten. Das macht uns natürlich auch stolz.

Welche Etappen durchläuft ein Text, bis er in der geo Loge erscheint? Habt ihr eine Qualitätssicherung?

Lena: Das hängt erstmal vom Publikationsformat ab. Handelt es sich um Erfahrungsberichte über Exkursionen oder eine Präsentation von Modulen, übernehmen immer zwei Mitglieder der Redaktion einen Text. Wir nutzen das Vier-Augen-Prinzip, damit wir uns austauschen und schnell mögliche Fehlerquellen ausmachen können. Wenn ein Text inhaltliche oder grammatikalische Mängel aufweist, besprechen wir uns mit dem Autor und bitten um eine Überarbeitung. Bei unserer Königsdisziplin, dem Fachartikel, arbeiten wir streng nach dem Peer-Review-Verfahren. Erst, nachdem zwei unserer Redaktionsmitglieder den Artikel gelesen und für gut befunden haben, werden zwei Gutachter (z.B. ProfessorInnen anderer Universitäten) gesucht, die den Artikel für uns unabhängig voneinander überprüfen. In der Regel gibt es zwei Begutachtungsphasen, an deren Ende im besten Fall ein publizierbarer Fachartikel steht, den wir veröffentlichen können und der unseren Qualitätsstandards entspricht.

Wie finanziert ihr euch und/oder die Ausgaben?

Bianca: Wir sind ein von inSTUDIES gefördertes Projekt. Mit der Förderung wird der Hauptteil der Personal- und Materialkosten gedeckt. Wie gesagt, wir sind Idealisten.

Wie wichtig ist es euch, dass das Endprodukt gedruckt vorliegt? Würdet ihr gerne auch digital publizieren bzw. publiziert ihr digital? Und wieso habt ihr euch für euer Format entschieden (print/online/beides)?

Bianca: Wir publizieren bis auf wenige Ausnahmen ausschließlich digital. Gedruckte Ausgaben liegen in unserer Fach-Bibliothek aus, damit interessierte Studenten darin blättern können, ansonsten benutzen wir das Printformat nur zur Veranschaulichung während Präsentationen. Es ist uns wichtig, dass unsere Zeitschrift jederzeit digital abrufbar ist und somit keine Zugangsbeschränkungen für unsere Leser entstehen.

Wir haben gemerkt, dass eure Zeitschrift thematisch sehr breit gefächert ist: Sie fasst Fragen der Kulturwissenschaft, der Umweltingenieurswissenschaft, der Bodenökologie, der Wirtschaftswissenschaft u.v.m. auf – wie geht ihr mit diesem breiten Spektrum um?

Ann-Michelle: Die Heterogenität findet sich in der geo Loge wieder, indem wir sie umsetzen. Jedes Thema mit einem expliziten Raumbezug passt zum Themenfeld der Geographie. Damit ist es eines der interdisziplinärsten Studienfächer überhaupt. Genau diese Bandbreite an Forschungsfeldern der Geographie wollen wir vermitteln. Damit wir alle Themen betreuen können, deckt unser Team die Vertiefungsgebiete der physischen Geographie, der Humangeographie und der Geoinformatik ab.

 

Redaktion & Leserschaft

Wie organisiert ihr euch intern bzw. verteilt die Aufgaben untereinander?

Bianca: Unser Team ist in drei Aufgabenbereiche untergliedert. Das Redaktionsteam ist für die Annahme und Bewertung von Artikeln zuständig, sucht Gutachter für unsere Artikel, fungiert als Moderator zwischen Autor und Gutachter und layoutet letztendlich die Zeitschrift wie sie später nach der Veröffentlichung zu sehen ist. Die Mitglieder der Öffentlichkeitsarbeit sind für die externe Kommunikation, also alle „öffentlichen“ Auftritte sowie das Networking, aber auch für das Vorstellen der geo Loge in Seminaren, bei der Erstiwoche oder bei Treffen von inSTUDIES zuständig. Sie übernehmen das Erstellen und Verteilen von Broschüren sowie Flyern, um die geo Loge bekannt zu machen. Zusätzlich haben wir noch einen Fachmann für die IT, der sich mit der Programmierung der Homepage und allen technischen Problemen auseinandersetzt, die anfallen. Prinzipiell muss aber jedes Teammitglied in allen Bereichen einsetzbar sein, damit bei Krankheitsfällen, einer Kündigung o.ä. das Wissen um die Arbeitsaufgaben nicht verloren geht.

Wie oft trefft ihr euch? Haben die Diskussionen Enden?

Lena: Wir besprechen zu Anfang des Semesters immer einen gemeinsamen wöchentlichen Redaktionstermin, welcher auf unserer Homepage regelmäßig aktualisiert wird. Während der Treffen werden aktuelle Aufgaben und Probleme besprochen und in einem Protokoll festgehalten, sodass jederzeit für jedes Teammitglied die Möglichkeit besteht, sich über unseren aktuellen Stand zu informieren. Aufgrund der Arbeitsaufteilung klappt es sehr gut und wir schaffen es in der Regel nie, länger als 1 bis 1 ½ Stunden zu diskutieren. Unter der Woche halten wir uns aber auch immer auf dem Laufenden, sodass wichtige Angelegenheiten nicht erst bis zum Redaktionstreffen warten müssen.

Welche Nahrungsmittel müssen sich vor euren Sitzungen in Acht nehmen?

Lena: Das, was es gerade in der Cafeteria noch gab.

Kennt ihr eure Leserschaft? Und wie findet ihr neue Leser*innen?

Ann-Michelle: Da wir alle selbst mitten im Studium sind, machen wir auch gerne bei unseren KommilitonInnen viel Werbung und erhalten regelmäßig Feedback und Input. Insofern ist die Beziehung zwischen uns und unserer Leserschaft durchaus eng.

Was macht ihr, um Transparenz zu gewährleisten?

Ann-Michelle: Auf unserer Homepage sowie in unseren Broschüren finden sich alle Informationen zu uns und unserer Arbeitsweise. Unser wöchentliches Redaktionstreffen wird gleichzeitig als Sprechstunde für alle Studierenden mit Fragen und Problemen zum Thema wissenschaftliches Schreiben angeboten. Des Weiteren sind wir aber auch per E-Mail oder Facebook erreichbar und stehen bei Fragen gerne Rede und Antwort.

Auf welchem Weg und wie oft gibt es mediale Interaktionen mit eurem Magazin? (Facebook, Leserbriefe, Veranstaltungen, Sprechstunden, …)

Über Facebook und per Mail sind wir jederzeit erreichbar. Ansonsten steht während unserer Sprechstunde jedem die Tür offen.

Gab es dabei auch Lob oder Kritik? Wie geht ihr damit um?

Bianca: Wir fragen regelmäßig unsere KommilitonInnen und DozentInnen, ob ihnen unsere Zeitschrift gefällt und was wir daran besser machen können. Ganz wichtig ist uns jedoch die Kritik von unseren AutorInnen, ob sie mit der Zusammenarbeit mit uns zufrieden waren und wie wir uns in Zukunft noch verbessern können.

 

Weiteres

Oft wird Einheit von Forschung und Lehre gefordert: Was bedeutet das für euch?

Lena: Forschung und Lehre gehören für uns untrennbar zusammen. Studierende sollen im Studium lernen, Informationen kritisch zu hinterfragen und daraus eigene Schlüsse herzuleiten. Diese Fähigkeiten werden in der Lehre vermittelt und sind im späteren Berufsleben (sei es in der Forschung oder in der Privatwirtschaft) von essentieller Bedeutung. Gerade die Lehre sollte dafür die Motivation schaffen.

Entwickelt ihr das Magazin weiter?

Bianca: Ja, wir versuchen stetig unseren Leserkreis zu erweitern. Es soll nicht dabei bleiben, dass lediglich die Studierenden unserer Fakultät unsere Zeitschrift kennen. Wir arbeiten daran, Kooperationen mit anderen Fakultäten aufzubauen und würden uns wünschen, solche Kooperationen auch auf andere Universitäten auszuweiten und auch Kooperationen mit anderen Fakultäten und studentischen Zeitschriften (und irgendwann sogar anderen Universitäten) einzugehen.

Wieso findet ihr studentisches Publizieren wichtig? Habt ihr Ideen, wie studentische Arbeiten, Publikationen oder Zeitschriften sichtbarer werden könnten?

Ann-Michelle: An der Universität wird wissenschaftliches Arbeiten gelehrt. Ein Feedback im Anschluss an Hausarbeiten gibt es jedoch abgesehen von einer Note oft nicht. Wer bei uns publiziert, bekommt automatisch ein konstruktives Feedback. Wir finden es sehr wichtig, dass diese Form der Förderung jedem Studierenden zur Verfügung stehen sollte.

 

Sprechstundentermine und weitere Infos zur geo Loge unter
www.geographie.ruhr-uni-bochum.de/publikationen/geologe/startseite/

geo-loge@ruhr-uni-bochum.de

 

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